file727x90ygv2c6tohhorj
Kehls Cheftrainer Karim Matmour (Mitte) steht nach der Laifer-Suspendierung und Niederlagen in der Kritik. ©Ulrich Marx

Nach der 2:6 (1:4)-Niederlage am Samstag im Rheinstadion gegen einen starken Freiburger FC steht man beim Fußball-Verbandsligisten Kehler FV vor einer unruhigen Woche, in der sich entscheiden wird, ob Karim Matmour weiter Chefcoach bleibt.

Weil Kapitän Stefan Laifer den sportlichen Leiter und Cheftrainer des Fußball-Verbandsligisten Kehler FV, Karim Matmour, offensichtlich im Beisein des gesamten Kaders kritisiert hatte, wurde der Abwehrchef vom Coach für drei Wochen suspendiert. Laifer und sein Vater waren am Samstag nur Augenzeuge des schwachen KFV-Auftritts gegen den spielstarken Freiburger FC, der die Kehler beim 6:2-Auswärtssieg zeitweise vorführte und zur Pause auch hätte höher als 4:1 führen können. Stefan Laifer wollte auf seine Suspendierung angesprochen nichts sagen. 
Das besorgte dann Ex-Profi Karim Matmour in der Pressekonferenz selbst, in der er nur mit wenigen Worten auf die 90 Spielminuten einging (»Über die Leistung will ich nicht sprechen. Es war ein klarer und verdienter Sieg des FFC. Glückwunsch an meinen Kollegen«). 

Schwacher KFV-Auftritt
Den schwachen Auftritt seiner Mannschaft verknüpfte Matmour auch mit einer »unruhigen letzten Woche«. Und eigentlich wollte er nicht über die vergangenen Tage sprechen, sagte der frühere Bundesligaspieler in der Pressekonferenz, weil man Ruhe bewahren wollte. Matmour lobte zunächst den KFV als Verein, der viel Potenzial habe. Deshalb habe er gerne ehrenamtlich, zusammen mit Finanz-Vorstand Timo Allgeier, versucht, den Verein zu strukturieren, »was in den letzten zehn Jahren nicht der Fall war«. Man habe einiges in den letzten Monaten bewegt und viel gepuscht. »Aber offensichtlich war unsere Arbeit viel zu schnell für einige«, vermutete Matmour dann in der Pressekonferenz.

Starker Kader
»Wir haben einen starken Kader, der in der Qualität zu den drei besten der Liga gehört. Aber das hat bisher nicht richtig funktioniert. Wir haben die meisten Spiele dominiert, aber wenn eine Mannschaft erfolgreich sein will, dann muss alles passen, alle müssen in eine Richtung gehen. Und das ist bei uns nicht der Fall«, sprach Matmour schließlich Klartext. Auch zur Suspendierung von Stefan Laifer: »Er hat zuletzt meine Anweisung auf dem Platz und anschließend in der Kabine kritisiert und meine Wechsel hinterfragt. Das kann ich nicht zulassen. Ich musste diese Konsequenz ziehen.« Allerdings, so Matomour, tue ihm der Schritt auch weh, weil damit sehr viel Qualität fehle.

Leis​​​​tungsfußball
Dann unterbrach KFV-Sportvorstand Jürgen Sax seinen Cheftrainer während der Pressekonferenz im Clubhaus und forderte Karim Matmour auf, nur auf Fragen der Presse zu antworten »und sonst nichts«.
Möglicherweise sei dies seine letzte Pressekonferenz beim KFV, deshalb wolle er die ganze Situation erklären, damit alle diese selbst bewerten könnten, entgegnete Matmour und wurde nochmals deutlich: »Wir haben hier ein Projekt gestartet. Entweder ziehen alle mit, damit wir den Verein nach vorne bringen, oder wir lassen es, so wie es war, dann spielt der KFV weiter Verbandsliga. Ich musste feststellen, dass nicht alle Spieler bereit sind, in diese Richtung zu gehen. Ich will nicht Trainer im Hobbyfußball, sondern im Leistungsfußball sein. Ich war zu lange im Profigeschäft und möchte mich nicht umstellen«, so Matmour klipp und klar.

Kehler FV – Freiburger FC 2:6 (1:4)
Kehl:
Künstle – Manguele (66. Traikia), Sax (46. Göser), D. Assenmacher, Kaplan (32. Bounatouf), Bouziane, Y. Assenmacher, Plautz, Aras, Sepp (46. Madihi), Weingart.

Freiburg: Schindler – Sutter, Enderle (68. Wettlin), Metzinger (58. Ulubiev), Reinhard (70. K. Senftleber), M. Senftleber, Novakovic, Martinelli (63. Bernauer), Gehring, Amrhein, Dreher.
Schiedsrichter: Felix Ehing (Engen) – Zuschauer: 400.
Tore: 0:1 Sutter (21.), 1:1 Sax (28.), 1:2 Enderle (31.), 1:3 Martinelli (34.), 1:4 M. Senftleber (38.), 1:5 M. Senftleber (54.), 1:6 M. Senftleber (62.), 2:6 Göser (67.).