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Karim Matmour will Leistungssport, einige Spieler beim Verbandsligisten Kehler FV wollten das seiner Meinung nach nicht. Auch deshalb hörte der Ex-Profi als KFV-Trainer auf. ©Peter Heck

Seit Montagabend ist Karim Matmour nicht mehr Cheftrainer beim Kehler FV, doch die Zusammenarbeit mit dem Fußball-Verbandsligisten ist damit nicht beendet.

»Es gab zu viele Baustellen«, nannte der Ex-Profi am Dienstag keinen eindeutigen Grund für das Ende seiner Trainer-Tätigkeit beim KFV, den er weiter bei seiner Umstrukturierung unterstützen wird. »Einige Spieler wollen Hobby-Fußball, ich will Leistungssport«, hatte Matmour allerdings am Samstag gesagt.

»Es gab keinen Streit. Wir haben auch keine Reißleine gezogen, oder Karim Matmour hat auch nicht hingeschmissen«, stellte Jürgen Sax am Dienstag, einen Tag nach dem einvernehmlichen Beschluss, dass der ehemalige Bundesliga-Profi Karim Matmour nicht mehr Trainer des Fußball-Verbandsligisten Kehler FV ist, klipp und klar fest. Der Sport-Vorstand des KFV ergänzte sogar: »Ich werde jetzt die Chance nutzen, enger mit Karim Matmour zusammen zu arbeiten, um beim KFV professionellere Strukturen aufzubauen. Auf diesem Weg hat Karim Matmour uns viel geholfen – und wird es auch weiter tun«, so Sax. Dabei geht es insbesondere um die sportliche Weiterentwicklung und den Bereich Marketing.

Heinz Braun wieder Cheftrainer
»Vielleicht ging alles ein bisschen zu schnell«, glaubte Jürgen Sax, der diesen Weg jetzt Schritt für Schritt gehen will. Dass Karim Matmour am Montagabend das Traineramt wieder an seinen bisherigen Co-Trainer Heinz Braun übergeben hat, der vergangene Saison schon Chefcoach war, nimmt dem Prozess etwas an Tempo. 
Denn Jürgen Sax hätte gerne mit Karim Matmour als Trainer weitergemacht, auch wenn er nicht verhehlt, dass zwölf Punkte aus zehn Saisonspielen nicht das sind, was der Verein vor der Saison erwartet hat. »Die Mannschaft zieht auch weiterhin voll mit. Wir haben hundertprozentige Trainingsbeteiligung, und die Spieler haben einen Riesenspaß im Training. Nur im Spiel kriegen wir es nicht umgesetzt. Wir schießen einfach keine Tore«, sagte Sax. 

"Im Ton vergriffen"
Und dass Routinier Stefan Laifer am vorletzten Spieltag unmittelbar nach dem mageren 0:0 beim FC Waldkirch den Trainer massiv kritisierte und dafür 14 Tage suspendiert wurde, ist für den Sport-Vorstand auch nicht wirklich tragisch. »Stefan Laifer ist ein toller Sportsmann, der immer das Beste für den Verein will. Da hat er sich allerdings etwas im Ton vergriffen«, erklärte Sax.
»Der Verein ist im Umbruch, und braucht noch Zeit, die Veränderungen umzusetzen. Es gibt zu viele Baustellen«, begründete Karim Matmour am Dienstag seinen Rücktritt wenig konkret. Am Samstag in der Presse-Konferenz nach der enttäuschenden 2:6-Pleite gegen den Spitzenreiter Freiburger FC war der 33-Jährige allerdings wesentlich deutlicher geworden: »Einige Spieler wollen Hobby-Fußball, ich will Leistungssport«, hatte der algerische WM-Teilnehmer von 2010 ernüchtert festgestellt. 

Ab November Trainer-Lehrgang
Ein weiterer Grund für seinen Abschied als KFV-Trainer dürften auch seine persönlichen Ziele sein. Der Ex-Nationalspieler will als Trainer in den Profifußball zurück. Derzeit macht er den A-Schein, der Fußball-Lehrer soll dann folgen. Ab November ist er deshalb für vier Wochen auf einem Trainer-Lehrgang in Duisburg-Kaiserau. Dann hätte Heinz Braun eh wieder zeitweise übernehmen müssen. Nun ist der 54-Jährige ab sofort wieder in der Verantwortung. Die Suspendierung von Stefan Lafer bleibt aber auch für das Auswärtsspiel in der Verbbandsliga am Samstag in Kuppenheim bestehen, wie Sax gestern klarstellte.